Kurz beantwortet: Wer bis zur Pensionierung noch zehn Jahre oder mehr Zeit hat, sollte sein 3a-Geld nicht auf dem Konto liegen lassen, sondern mit kostengünstigen ETFs oder Indexfonds und einer hohen Aktienquote anlegen. Über 20 Jahre macht das bei Maximaleinzahlungen schnell über 100’000 Franken Unterschied. Zusätzlich lohnt es sich, früh im Jahr einzuzahlen und das Guthaben auf mehrere 3a-Konten zu verteilen.
Von Marco Eberle, Finanzplaner mit eidg. Fachausweis. Aktualisiert am 28. Oktober 2026.
Was ist die Säule 3a und wie viel darf ich 2026 einzahlen?
Die Säule 3a ist die steuerlich begünstigte private Vorsorge in der Schweiz. Einzahlungen kannst Du vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehen; das Guthaben und die Erträge sind bis zum Bezug von der Einkommens- und Vermögenssteuer befreit. Beim Bezug wird das Kapital getrennt vom übrigen Einkommen zu einem reduzierten Satz besteuert.
| Situation | Maximalbetrag 2026 |
|---|---|
| Erwerbstätige mit Pensionskasse | 7’258 Franken |
| Erwerbstätige ohne Pensionskasse, zum Beispiel Selbständige | 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36’288 Franken |
Du musst nicht den Maximalbetrag einzahlen. Jeder Betrag zählt, und Du kannst die Höhe jedes Jahr neu festlegen.
Neu seit 2026: verpasste Jahre nachzahlen
Seit 2026 kannst Du Beitragslücken nachträglich schliessen. Nachgezahlt werden können Lücken ab dem Jahr 2025, und zwar bis zu zehn Jahre rückwirkend. Voraussetzung ist, dass Du im Lückenjahr und im Jahr der Nachzahlung ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hattest und im laufenden Jahr bereits den vollen Maximalbetrag eingezahlt hast. Pro Jahr darfst Du höchstens den kleinen Maximalbetrag (2026: 7’258 Franken) nachzahlen. Die Nachzahlung ist ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abziehbar und wird schriftlich bei Deinem 3a-Anbieter beantragt.
Sparen oder anlegen: was macht den Unterschied?
Nur rund ein Drittel der 3a-Gelder in der Schweiz ist in Wertschriften angelegt; der Rest liegt auf Konten. Bei Zinsen um ein Prozent wächst das Geld kaum schneller als die Teuerung. Weil 3a-Geld meist über Jahrzehnte gebunden ist, eignet es sich hervorragend zum Investieren.
Das folgende Beispiel zeigt, wie stark die Anlageform das Endergebnis bestimmt. Angenommen sind 20 Jahre lang jährlich 7’258 Franken, jeweils zu Jahresbeginn eingezahlt.
| Anlageform | Angenommene Rendite pro Jahr | Vermögen nach 20 Jahren |
|---|---|---|
| 3a-Konto | 1,0 % | rund 161’400 Franken |
| Gemischter Vorsorgefonds | 4,0 % | rund 224’800 Franken |
| ETF-Lösung mit hoher Aktienquote | 6,5 % | rund 300’100 Franken |
Die Renditen sind Annahmen nach Kosten und keine Garantie. Aktienanlagen schwanken, und einzelne Jahre können deutlich negativ ausfallen. Über lange Zeiträume wurden diese Schwankungen in der Vergangenheit aber durch eine höhere Rendite entschädigt.
Welche Anlageformen gibt es in der Säule 3a?
- 3a-Konto: Einfach und ohne Kursschwankungen, aber mit tiefem Zins. Sinnvoll für Geld, das in den nächsten Jahren bezogen wird.
- 3a-Versicherung: Kombiniert Sparen mit Risikoschutz bei Tod oder Invalidität. Die Kosten sind oft hoch und intransparent, die Verträge laufen lange, und eine vorzeitige Auflösung ist teuer. Versicherungsschutz lässt sich in der Regel günstiger separat abschliessen.
- Vorsorgefonds der Banken: Standardisierte Fonds, häufig mit tiefer Aktienquote und aktiver Verwaltung. Die Gebühren liegen meist deutlich über jenen von ETF-Lösungen.
- ETFs und Indexfonds: Bilden einen Index wie den Weltaktienmarkt nach, kosten wenig und lassen eine hohe Aktienquote zu. Digitale 3a-Anbieter ermöglichen heute Aktienquoten bis rund 99 Prozent.
Wie hoch soll die Aktienquote in der Säule 3a sein?
Die Aktienquote hängt vom Anlagehorizont und von Deiner Risikofähigkeit ab. Bei einem Horizont von 15 Jahren und mehr ist eine hohe Aktienquote in der Regel sinnvoll. Gemischte Lösungen mit vielen Obligationen kosten über die lange Laufzeit viel Rendite, ohne das Risiko wesentlich zu senken.
Auch mit 50 ist der Horizont oft länger, als viele denken. Das Geld wird meist erst mit 60 bis 65 bezogen, und bei einem gestaffelten Bezug bleibt ein Teil noch einige Jahre investiert. Wichtig ist, die Aktienquote einige Jahre vor dem geplanten Bezug schrittweise zu senken.
Wann soll ich einzahlen: Januar, monatlich oder Dezember?
Steuerlich spielt der Zeitpunkt keine Rolle; massgebend ist nur, dass die Einzahlung bis Ende Dezember auf dem 3a-Konto ist. Für die Rendite macht der Zeitpunkt aber einen spürbaren Unterschied, weil das Geld bei einer Einzahlung im Januar ein ganzes Jahr länger investiert ist.
| Laufzeit | Einzahlung im Januar | Monatlich (605 Franken) | Einzahlung im Dezember |
|---|---|---|---|
| 10 Jahre | 104’300 Franken | 101’400 Franken | 97’900 Franken |
| 20 Jahre | 300’100 Franken | 291’600 Franken | 281’800 Franken |
| 30 Jahre | 667’700 Franken | 648’800 Franken | 626’900 Franken |
Annahme: jährlich 7’258 Franken, Rendite 6,5 Prozent pro Jahr nach Kosten. Über 30 Jahre beträgt der Unterschied zwischen Januar und Dezember rund 40’000 Franken. Wer den Betrag nicht zu Jahresbeginn bereit hat, fährt mit einem monatlichen Dauerauftrag gut; das ist deutlich besser als eine Einzahlung im Dezember unter Zeitdruck.
Warum mehrere 3a-Konten sinnvoll sind
Ein 3a-Konto oder -Depot kann nur als Ganzes bezogen werden. Wer sein Guthaben auf mehrere Konten verteilt, kann diese in verschiedenen Jahren beziehen und so die Steuerprogression beim Bezug brechen. Je nach Vermögen sind drei bis fünf Konten üblich. Eine nachträgliche Aufteilung eines bestehenden Kontos ist nicht möglich; deshalb sollte man früh mit mehreren Konten oder Depots beginnen.
Die fünf häufigsten Fehler bei der Säule 3a
- Gar nicht einzahlen: Der Steuerabzug ist ein sofortiger Vorteil auf jeden eingezahlten Franken.
- Nur sparen statt anlegen: Über Jahrzehnte kostet das Konto gegenüber einer ETF-Lösung schnell sechsstellige Beträge.
- Versicherung und Sparen vermischen: Kombinierte Policen sind teuer und schwer zu kündigen.
- Nur ein Konto führen: Damit fällt der ganze Bezug in ein Steuerjahr.
- Erst im Dezember einzahlen: Das Geld ist ein Jahr weniger investiert.
Kann ich meinen 3a-Anbieter wechseln?
Ja, ein Wechsel ist jederzeit möglich. Das Geld muss dabei im 3a-System bleiben; Du eröffnest zuerst die neue Lösung und beauftragst dann den bisherigen Anbieter mit der Übertragung. Bei einem Wertschriftendepot werden die Anteile verkauft und das Guthaben überwiesen, sodass das Geld einige Tage nicht investiert ist. Bei 3a-Versicherungen ist der Rückkaufswert in den ersten Jahren oft tief; hier lohnt sich vor einem Wechsel eine genaue Prüfung der Vertragsbedingungen.
Einordnung aus der Praxis
Die Frage nach dem richtigen Einzahlungszeitpunkt höre ich jedes Jahr gegen Ende Dezember. Entscheidender ist aber eine andere Frage: ob das Geld überhaupt investiert wird. Noch immer lassen viele ihr 3a-Guthaben auf dem Konto oder wählen aus Vorsicht eine gemischte Lösung. Dabei vereint gerade die Säule 3a alles, was erfolgreiches Investieren ausmacht: einen langen Anlagehorizont, regelmässige Einzahlungen und einen Steuervorteil obendrauf.
Mehr dazu hörst Du in der Podcast-Folge 132: Wann ist der beste Zeitpunkt, um in die Säule 3a zu investieren?
Häufige Fragen zur Säule 3a
Wie viel darf ich 2026 in die Säule 3a einzahlen?
Mit Pensionskasse 7’258 Franken. Ohne Pensionskasse 20 Prozent des Erwerbseinkommens, höchstens 36’288 Franken.
Kann ich verpasste Jahre nachzahlen?
Ja, seit 2026 für Lücken ab dem Jahr 2025, bis zu zehn Jahre rückwirkend. Voraussetzung ist unter anderem, dass Du im laufenden Jahr bereits den vollen Betrag eingezahlt hast.
Lohnt sich die Säule 3a mit Aktien auch mit 50?
Meist ja. Bis zum Bezug bleiben oft 10 bis 15 Jahre, und bei gestaffeltem Bezug ist ein Teil des Geldes noch länger investiert.
Wie viele 3a-Konten soll ich haben?
Mehrere, damit Du den Bezug auf verschiedene Jahre verteilen kannst. Je nach Vermögen sind drei bis fünf Konten üblich.
Kann ich mein 3a-Guthaben zu einem anderen Anbieter übertragen?
Ja, jederzeit. Das Guthaben wird direkt zwischen den Vorsorgestiftungen übertragen und bleibt im 3a-System.
Weiterführend
In der how2invest Academy zeige ich Dir im Modul «Investieren in der Säule 3a» Schritt für Schritt, wie Du Deine persönliche 3a-Strategie zusammenstellst und bei welchen Anbietern Du sie am günstigsten umsetzt. Die Entwicklung unseres 3a-Musterportfolios findest Du jeden Monat auf der Seite Portfolios.
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Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; vergangene oder angenommene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Stand der gesetzlichen Beträge: 2026.