Kurz beantwortet: Für Kinder ist ein Depot mit breit gestreuten, kostengünstigen Aktien-ETFs in den meisten Fällen die bessere Wahl als ein Jugendsparkonto. Der lange Anlagehorizont bis zum 18. Geburtstag und darüber hinaus gleicht Kursschwankungen aus. Schon 100 Franken pro Monat können so bis zum 18. Geburtstag auf rund 40’000 Franken anwachsen; auf dem Sparkonto wären es rund 24’000 Franken.
Von Marco Eberle, Finanzplaner mit eidg. Fachausweis. Aktualisiert am 28. Oktober 2026.
Warum für Kinder investieren statt nur sparen?
Der grösste Vorteil beim Anlegen für Kinder ist die Zeit. Bei einem Anlagehorizont von 15 bis 18 Jahren entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung: Das Geld wächst nicht nur durch die Einzahlungen, sondern auch durch Erträge auf frühere Erträge. Kurzfristige Rückschläge an der Börse fallen über diese Dauer deutlich weniger ins Gewicht.
Dazu kommt ein zweiter Effekt, der oft unterschätzt wird: Kinder, die verfolgen können, wie ihr Depot wächst, lernen früh, wie Geld funktioniert. Das ist finanzielle Bildung aus erster Hand.
Wie viel kommt bis zum 18. Geburtstag zusammen?
Die folgende Tabelle zeigt monatliche Einzahlungen ab Geburt über 18 Jahre.
| Betrag pro Monat | Eingezahlt | Jugendsparkonto (1,0 %) | ETF-Depot (6,5 %) |
|---|---|---|---|
| 25 Franken | 5’400 Franken | rund 5’900 Franken | rund 10’100 Franken |
| 50 Franken | 10’800 Franken | rund 11’800 Franken | rund 20’100 Franken |
| 100 Franken | 21’600 Franken | rund 23’700 Franken | rund 40’200 Franken |
| 200 Franken | 43’200 Franken | rund 47’300 Franken | rund 80’500 Franken |
Auch eine einmalige Einlage wirkt: 5’000 Franken zur Geburt wachsen bei 6,5 Prozent pro Jahr bis zum 18. Geburtstag auf rund 15’500 Franken. Die Renditen sind Annahmen nach Kosten und keine Garantie; Aktienanlagen schwanken, und einzelne Jahre können deutlich negativ ausfallen.
Live-Beispiele aus der Praxis
Ich investiere seit über zehn Jahren für meine beiden Göttikinder und für meinen Sohn, jeweils mit einem monatlichen Sparplan in ein breit diversifiziertes Aktienportfolio. Für die Göttikinder sind es 25 Franken pro Monat: Nach rund zwölf Jahren waren aus 3’725 eingezahlten Franken rund 5’800 Franken geworden, was einer Rendite von knapp 7 Prozent pro Jahr nach Kosten entspricht. Für meinen Sohn sind es 100 Franken pro Monat: Aus 13’200 eingezahlten Franken wurden nach rund elf Jahren rund 20’500 Franken (Stand Februar 2026).
Die Entwicklung verfolge ich regelmässig im Podcast, zuletzt in Folge 136: Geldanlage für Kinder, Live-Portfolio-Update und Umsetzung.
Depot auf den Namen des Kindes oder auf den eigenen Namen?
Beide Varianten sind möglich und haben Vor- und Nachteile.
| Auf den Namen des Kindes | Auf den eigenen Namen | |
|---|---|---|
| Rechtliche Zuordnung | Kindesvermögen, rechtlich dem Kind zugeordnet | Bleibt Dein Vermögen, bis Du es überträgst |
| Verwaltung | Eltern verwalten bis 18; Kapital darf nur mit Bewilligung der KESB verbraucht werden | Volle Flexibilität bei Anlage, Anbieterwechsel und Zeitpunkt der Übergabe |
| Ab 18 | Das Kind verfügt selbst über das Geld | Du entscheidest, wann und wie viel Du übergibst |
| Steuern bis 18 | Wird bei den Eltern versteuert | Wird bei Dir versteuert |
| Anbieter | Nicht jeder Anbieter führt Kinderdepots | Alle Anbieter möglich |
Ich empfehle oft das Depot auf den eigenen Namen, weil es flexibler ist und steuerlich keinen Unterschied macht: Das Vermögen minderjähriger Kinder wird ohnehin zusammen mit dem der Eltern versteuert. Wer das Geld bewusst und unwiderruflich dem Kind zuordnen möchte, wählt das Depot auf dessen Namen.
Worauf sollte man bei der Anlage achten?
- Breit diversifiziert: Ein globaler Aktien-ETF deckt tausende Unternehmen weltweit ab. Einzelne Aktien oder Themenfonds sind für das Kinderdepot nicht nötig.
- Tiefe Kosten: Bei kleinen monatlichen Beträgen fallen Fix- und Courtagegebühren stark ins Gewicht. Sparpläne ohne Transaktionsgebühr sind hier klar im Vorteil.
- Thesaurierend: ETFs, die Dividenden automatisch wieder anlegen, verstärken den Zinseszinseffekt und vereinfachen die Verwaltung.
- Automatisiert: Ein Dauerauftrag sorgt dafür, dass regelmässig investiert wird. Disziplin schlägt Timing.
- Aktienanteil schrittweise senken: Wird das Geld zu einem festen Zeitpunkt gebraucht, etwa für die Ausbildung, sollte der Aktienanteil in den letzten Jahren davor reduziert werden.
Was gilt bei Geschenken von Grosseltern, Gotte oder Götti?
Geldgeschenke an Kinder und Enkel sind in den meisten Kantonen steuerfrei oder nur gering besteuert. Bei Gotte und Götti, die nicht verwandt sind, kann je nach Kanton und Betrag eine Schenkungssteuer anfallen. Bei grösseren Schenkungen ist ausserdem das Erbrecht zu beachten: Sie können bei einer späteren Erbteilung angerechnet werden. Für kleinere, regelmässige Beträge wie einen monatlichen Sparplan spielt das in der Regel keine Rolle.
Kinder einbeziehen
Ab etwa elf bis dreizehn Jahren lohnt es sich, das Kind aktiv einzubeziehen: gemeinsam auf die Entwicklung schauen, erklären, warum das Depot auch einmal sinkt, und über Ziele sprechen. Spätestens bei der Übergabe mit 18 zahlt sich das aus. Wer versteht, was im Depot steckt, ist eher bereit, weiter zu sparen, statt das Geld sofort auszugeben.
Häufige Fragen zur Geldanlage für Kinder
Ab welchem Alter lohnt es sich, für ein Kind zu investieren?
So früh wie möglich, idealerweise ab Geburt. Aber auch ein Start mit zehn oder zwölf Jahren lohnt sich noch, weil der Horizont oft über den 18. Geburtstag hinausgeht.
Wie viel soll ich pro Monat für mein Kind anlegen?
Schon 25 Franken pro Monat ergeben bis 18 rund 10’000 Franken. Wichtiger als die Höhe ist, früh zu beginnen und regelmässig einzuzahlen.
Ist ein Jugendsparkonto oder ein Depot besser?
Für Geld, das erst in vielen Jahren gebraucht wird, in der Regel ein Depot mit Aktien-ETFs. Das Konto eignet sich für Beträge, die in den nächsten Jahren ausgegeben werden.
Wer bezahlt die Steuern auf das Kinderdepot?
Bis zum 18. Geburtstag wird das Vermögen des Kindes bei den Eltern versteuert. Läuft das Depot auf Deinen Namen, versteuerst Du es ohnehin selbst.
Was passiert mit dem Depot, wenn das Kind 18 wird?
Läuft es auf den Namen des Kindes, verfügt dieses ab 18 selbst darüber. Läuft es auf Deinen Namen, bestimmst Du den Zeitpunkt der Übergabe.
Weiterführend
In der how2invest Academy zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du ein Kinderdepot eröffnest, welche ETFs sich eignen und bei welchen Anbietern ein Sparplan am günstigsten ist. Das Vorgehen beim regelmässigen Anlegen ist dasselbe wie beim eigenen Vermögensaufbau; mehr zur Vorsorge findest Du im Artikel Säule 3a mit ETF.
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Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Rechenbeispiele beruhen auf Annahmen; vergangene oder angenommene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Steuerliche und erbrechtliche Regeln unterscheiden sich je nach Kanton. Stand: Oktober 2026.