ETF-Broker Schweiz: So findest Du den passenden Anbieter. how2invest Ratgeber

ETF-Broker Schweiz: So findest Du den passenden Anbieter

Kurz beantwortet: Den einen besten ETF-Broker gibt es nicht. Entscheidend ist, wie Du anlegst: Für kleine monatliche Beträge zählt ein kostenloser oder sehr günstiger Sparplan, für grössere Einmalanlagen zählen tiefe Courtagen und faire Wechselkurse, und für alle gilt: Eine Depotgebühr, die jedes Jahr anfällt, kostet über die Jahre am meisten. Ein Wechsel lohnt sich oft schon ab wenigen hundert Franken Ersparnis pro Jahr.

Von Marco Eberle, Finanzplaner mit eidg. Fachausweis. Aktualisiert am 30. Oktober 2026.

Welche Kosten fallen bei einem Broker an?

Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern in der Schweiz sind gross. Damit Du Angebote vergleichen kannst, musst Du die einzelnen Kostenarten kennen:

Kostenart Was es ist Worauf achten
Depotgebühr Jährliche Gebühr für die Verwahrung Deiner Wertschriften Fällt jedes Jahr an. Bei klassischen Banken oft ein Prozentsatz des Vermögens, bei Online-Brokern häufig null oder pauschal
Courtage Gebühr pro Kauf oder Verkauf Mindestgebühren treffen kleine Beträge stark
Wechselkursaufschlag Marge beim Umtausch von Franken in Dollar oder Euro Wird oft übersehen und kann teurer sein als die Courtage
Stempelabgabe Eidgenössische Umsatzabgabe bei Schweizer Brokern 0,075 Prozent bei Schweizer, 0,15 Prozent bei ausländischen Wertschriften
Sparplan Automatischer monatlicher Kauf Gebühr pro Ausführung und Auswahl der ETFs
Steuerauszug Fertige Übersicht für die Steuererklärung Bei manchen Anbietern kostenpflichtig, bei ausländischen Brokern oft gar nicht erhältlich

Die Stempelabgabe ist keine Gebühr des Brokers, sondern eine Bundessteuer. Ausländische Broker müssen sie nicht erheben. Das ist ein Kostenvorteil, wird aber mit mehr Aufwand bei der Steuererklärung erkauft.

Schweizer oder ausländischer Broker?

Schweizer Broker Ausländischer Broker
Aufsicht FINMA Aufsicht im jeweiligen Land
Einlagensicherung für Bargeld Bis 100’000 Franken über esisuisse Je nach Land, teils deutlich tiefer
Stempelabgabe Ja Nein
Steuerauszug für die Schweiz In der Regel verfügbar Meist nicht, Werte müssen selbst erfasst werden
Verrechnungssteuer und ausländische Quellensteuer Werden im Steuerauszug aufbereitet Rückforderung musst Du selbst vorbereiten
Kosten Unterschiedlich, günstige Angebote vorhanden Oft sehr tiefe Courtagen und Wechselkurse

Deine Wertschriften selbst sind bei einem Konkurs des Brokers geschützt, weil sie nicht zu dessen Vermögen gehören. Die Einlagensicherung betrifft nur das Bargeld auf dem Konto. Für die meisten Privatanleger in der Schweiz ist ein günstiger Schweizer Broker der einfachste Weg. Ein ausländischer Broker lohnt sich vor allem bei grossen Beträgen, vielen Transaktionen in Fremdwährung und der Bereitschaft, die Steuerunterlagen selbst zusammenzustellen.

Anbietertypen im Überblick

Die Angebote in der Schweiz lassen sich grob in vier Gruppen einteilen. Innerhalb jeder Gruppe gibt es grosse Unterschiede; massgebend ist immer die aktuelle Preisliste.

Anbietertyp Depotgebühr Handelskosten und Wechselkurs Geeignet für
Klassische Bank Oft 100 bis 300 Franken pro Jahr oder ein Prozentsatz des Vermögens Meist höhere Courtagen und Wechselkursaufschläge Wer persönliche Betreuung will und bereit ist, dafür zu bezahlen
Schweizer Online-Broker Von keiner bis zu rund 200 Franken pro Jahr Tiefe Courtagen, Wechselkursaufschläge von rund 0,25 bis 1 Prozent Die meisten Privatanleger, auch für grössere Beträge
Trading-App einer Schweizer Bank Meist keine Sparpläne mit ausgewählten ETFs oft ohne Kaufgebühr, Wechselkursaufschläge teilweise hoch Einsteiger und monatliche Sparpläne
Ausländischer Broker Meist keine Sehr tiefe Courtagen und Wechselkurse, keine Stempelabgabe Grosse Beträge und erfahrene Anleger, die ihre Steuerunterlagen selbst erstellen

Richtwerte, Stand Oktober 2026, ohne Gewähr. Die Courtagen unterscheiden sich zusätzlich nach Börsenplatz und Ordergrösse, und manche Anbieter gewähren bei grossen Beträgen bessere Wechselkurse.

Was die Unterschiede in Franken bedeuten

Zwei typische Situationen zeigen, wo die Kosten tatsächlich anfallen.

Einmalanlage von 40’000 Franken in einen weltweiten Aktien-ETF, der in Dollar gehandelt wird:

Kostenpunkt Teurer Anbieter Günstiger Anbieter
Wechselkursaufschlag (0,95 % gegenüber 0,25 %) 380 Franken 100 Franken
Stempelabgabe ausländischer ETF über Schweizer Broker (0,15 %) 60 Franken 60 Franken
Depotgebühr pro Jahr 200 Franken 0 Franken

Schon im ersten Jahr beträgt der Unterschied rund 480 Franken, über 20 Jahre summieren sich allein die Depotgebühren auf 4’000 Franken. Den Wechselkursaufschlag kannst Du oft ganz vermeiden, indem Du denselben ETF an der Schweizer Börse in Franken kaufst. Das Währungsrisiko der Aktien bleibt dabei gleich, denn es hängt von den Unternehmen im ETF ab, nicht von der Handelswährung.

Sparplan von 300 Franken pro Monat: Kostet jede Ausführung 0,5 Prozent, sind das 18 Franken pro Jahr oder 0,5 Prozent jeder Einzahlung. Bei einem Sparplan ohne Kaufgebühr fällt dieser Betrag weg. Bei kleinen Beträgen sind Mindestgebühren der grösste Kostentreiber; eine Mindestcourtage von 10 Franken auf einen Kauf von 300 Franken entspricht 3,3 Prozent.

So wählst Du den passenden Broker

  1. Anlageform klären: monatlicher Sparplan, Einmalanlage oder beides.
  2. Depotgebühr prüfen: Laufende Gebühren wiegen über die Jahre am schwersten.
  3. Handelskosten für Deine Ordergrösse rechnen: Mindestgebühren und Wechselkurs einbeziehen.
  4. ETF-Angebot prüfen: Sind Deine ETFs an der Schweizer Börse in Franken handelbar? Gibt es sie im Sparplan?
  5. Steuerunterlagen berücksichtigen: Ein Schweizer Steuerauszug spart Zeit und Fehler.
  6. Sicherheit und Bedienung: Aufsicht, Einlagensicherung und eine App, mit der Du gut zurechtkommst.

Einordnung aus der Praxis

Viele Anlegerinnen und Anleger bleiben aus Gewohnheit bei ihrer Hausbank und zahlen dafür jedes Jahr ein Vielfaches dessen, was ein günstiger Anbieter kostet. Bei Finanzprodukten gibt es einen echten «Free Lunch»: vergleichen und wechseln. Ein Depotübertrag ist heute unkompliziert, die Wertschriften müssen dafür nicht verkauft werden.

Wichtiger als der allerletzte Rappen ist aber, dass der Broker zu Deiner Strategie passt und Du ihn dauerhaft nutzt. Wer mehrere Anbieter kombiniert, etwa einen für den Sparplan und einen für grössere Käufe, sollte den Mehraufwand bei der Steuererklärung mitrechnen.

Mehr dazu hörst Du in den Podcast-Folgen 61: Vergleichen und Verhandeln bei Finanzprodukten und 55: Gebühren-Check Finanzen.

Häufige Fragen zu ETF-Brokern in der Schweiz

Welcher Broker ist der günstigste in der Schweiz?

Das hängt von Betrag, Häufigkeit und Währung Deiner Käufe ab. Für monatliche Sparpläne sind Anbieter mit Sparplänen ohne Kaufgebühr am günstigsten, für grosse Einmalanlagen solche mit tiefen Courtagen, tiefem Wechselkursaufschlag und ohne Depotgebühr.

Ist mein Geld bei einem Online-Broker sicher?

Wertschriften sind Sondervermögen und gehören bei einem Konkurs nicht zur Konkursmasse. Bargeld ist bei Schweizer Banken über esisuisse bis 100’000 Franken pro Kunde und Bank geschützt. Bei Trading-Apps liegt das Geld bei der Partnerbank und zählt dort zur selben Limite.

Muss ich bei einem ausländischen Broker Stempelabgabe zahlen?

Nein. Die Stempelabgabe wird nur von Schweizer Effektenhändlern erhoben. Dafür erhältst Du bei ausländischen Brokern meist keinen Schweizer Steuerauszug.

Wie wechsle ich den Broker?

Du eröffnest das neue Depot und beauftragst dort einen Depotübertrag. Die Wertschriften werden übertragen, ohne sie zu verkaufen. Manche Anbieter verlangen dafür eine Gebühr pro Position.

Lohnt sich ein Broker mit Sparplan auch für grössere Beträge?

Ja, sofern auch die Courtagen für Einzelkäufe und die Wechselkurse günstig sind. Prüfe beide Kostenarten.

Weiterführend

Welche ETFs Du beim Broker kaufen solltest, zeigt der Artikel ETF auswählen. Wie ETFs besteuert werden und warum das Domizil zählt, erklärt der Artikel ETF-Steuern in der Schweiz. In der how2invest Academy zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du Deine Strategie beim passenden Anbieter umsetzt, für bestehendes Vermögen, monatliches Sparen und die Säule 3a.

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Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Die Gebührenangaben sind Richtwerte ohne Gewähr, Stand Oktober 2026; massgebend sind die aktuellen Preislisten der Anbieter.

Geschrieben von

Marco Eberle

Marco Eberle ist Finanzplaner mit eidg. Fachausweis, Master in Financial Consulting und Certified Crypto Finance Expert (CCFE). Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Anlageberatung, zuerst für vermögende Privatkunden und danach für institutionelle Anleger. Heute führt er die unabhängige Finanzberatung RichtigAnlegen AG in Romanshorn und zeigt mit how2invest, wie Privatanleger in der Schweiz selbständig, breit gestreut und kostengünstig investieren. Er ist Experte in der Anlagekommission einer Vorsorgeeinrichtung, Host des richtiganlegen.ch Podcasts und Co-Host des Podcasts Ring the Bell.